500 Jahre Reformation – Gottesdienst-Spaziergang „Mit Martin Luther rund um Beedenkirchen“

Teilnehmer aus allen drei Lautertaler Kirchengemeinden waren am letzten Juli-Sonntag der Einladung aus Beedenkirchen gefolgt zu einem musikalisch-poetischen Gottesdienst-Spaziergang durch den hochsommerlichen Felsberg-Wald. Ellen Bergoint und Renate Abraham vom Kirchenvorstand konnten am frühen Abend knapp zwanzig Spaziergänger jeden Alters an der Pfarrer-Hörnle-Linde vor dem Gemeindezentrum begrüßen. Passend zum Reformationsjubiläum lautete das Motto dieses Ereignisses „Mit Martin Luther rund um Beedenkirchen“.

Zur Essenszeit saß bei Luthers nicht nur die Familie am Tisch, auch Studenten, Freunde und Reisende, die gerade zu Gast waren, gesellten sich stets dazu. Und es wurde nicht geschwiegen wie einst im Kloster –  stattdessen führte man Gespräche über alles, was gerade anstand, ein reger Gedankenaustausch fand statt, gelegentlich hielt der Hausherr gar aus dem Stegreif kurze Reden. Der Reformator hatte zwar nichts dagegen, dass seine Studenten und Besucher die Gespräche notierten, zur Veröffentlichung hielt er sie jedoch nicht geeignet.

Alle redeten, wie ihnen der Schnabel gewachsen war. Und in der Rückschau klang das manchmal schon recht derb und heftig. Auszüge aus den Tischreden wurden in vier „Erbauungs-Pausen“ von Ellen Bergoint vorgetragen. Zeitgenössische Instrumentalstücke z.B. von Johann Walter und Ulrich Steigleder unterstrichen die einzelnen Lutherthemen ergänzend. Die Meinung Luthers „Unkraut wächst schnell, darum wachsen Mädchen schneller als Jungen.“ sorgte im Felsberg-Wald für Heiterkeit, was unter dem Überbegriff „Über den Papst und die katholische Kirche“ überliefert ist, löste in der ökumenischen Teilnehmer-Runde gar Empörung aus. Einig war man sich allerdings, dass seine Äußerungen unbedingt im Kontext des Mittelalters betrachtet werden müssen.

Der Weg führte über den Dorfplatz zum Parkplatz Römersteine, weiter auf dem „Unteren Weg“ zur Brücke über den Felsberg, auf dem Rückweg passierte man die Seeger-Hütte. An der Hinweistafel am Waldrand wurde eine letzte Pause eingelegt.  Über den Stotz zurück am Pfarrhaus von Beedenkirchen angekommen, zerstreute sich die Gruppe in den Sonntag-Abend.

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