Beedenkirchen – Jahresthema 2018

„Respekt – Respektvoll miteinander!“

von Pfarrer Reinald Engelbrecht

Auch für 2018 hat der Kirchenvorstand Beedenkirchen mit „Respekt“ eine Überschrift über das Jahr gefunden. In unseren Gottesdiensten und Veranstaltungen wollen wir dem nachspüren, was diese wichtige Grundregel einer menschlichen Gemeinschaft im Einzelnen bedeutet.

In einem ethymologischen Lexikon – einem Herkunftswörterbuch also – wird „Respekt“ mit dem lateinischen respicere in Verbindung gebracht: zurückblicken; sich umblicken – im Sinne von Rücksicht nehmen oder berücksichtigen.

Erstaunlich, was es im Internet alles an Zitaten, Aphorismen und Weisheiten dazu von berühmten und weniger berühmten Persönlichkeiten zu lesen gibt. Mir persönlich fällt beim Thema „Respekt haben“ die Haltung Jesu ein. Er wird von einem seiner Zuhörer einmal gefragt, wie er denn die vielen Regeln und Gesetze zusammenfassen würde. Er antwortet mit dem, was wir heute „Das höchste Gebot“ nennen: Gott über alle Dinge lieben und den Nächsten wie sich selbst! (Mt. 22, 27 ff)

Jesus Christus meint damit, dass die Gottesbeziehung auch all die übrigen Beziehungen eines Menschen mit prägt. Wer in einem lebendigen Austausch mit dem Schöpfer lebt, wird seine Mitmenschen aus diesem Verständnis heraus respektvoll wahrnehmen. Ebenso wird auch die Sicht auf sich selbst, auf die eigene Gesundheit und den eigenen Körper und die Seele beeinflusst. Und nicht zuletzt wird sich der Glaube auch auf die Einstellung zur außermenschlichen Kreatur, zu Pflanzen und Tieren, zur Natur auswirken.

Jesus geht mit seinen Zeitgenossen im 1. Jahrhundert genauso um, wie Gott sie sieht: Nämlich als freie, mit Vernunft ausgestattete und selbständig denkende Menschen. Diese Haltung ist im Neuen Testament gerade auch in den Konfliktsituationen deutlich zu erkennen.

Kindergarten Beedenkirchen bastelt für Kirchenbesucher

 

Große und Kleine waren am Ostern-Sonntag in Beedenkirchen zum Gottesdienst eingeladen. Kinder und Erzieherinnen des Evangelischen Kindergartens Beedenkirchen hatten kleine Holzkreuze mit leuchtendem Glasschmuck verziert.

 

 

 

Jede Familie konnte nach dem Oster-Gottesdienst solch ein Geschenk mit nach Hause nehmen. Pfarrer Jan Scheunemann hatte die Kinder während der Predigt nach vorne vor den Altar gerufen, wo sie dann ein Birkenkreuz erblühen ließen, indem sie Osterglocken in die dafür vorgesehenen Reagenzgläschen steckten. Und auch am österlichen Heiligen Abendmahl nahmen Kinder und Erwachsene mit großer Andacht und Ehrfurcht teil.

Lautertaler Adventsmusik

Unsere drei Kirchengemeinden haben im Monat Dezember einige kirchenmusikalische Ereignisse – diese haben wir mal zusammen auf ein Plakat geschrieben. Wenn Sie zuhause noch nicht mit Gemütlichkeit und Adventsstimmung übersättigt sind – schauen Sie doch mal vorbei. Sie werden es bestimmt nicht bereuen 🙂

Die Veranstaltungen im Einzelnen:

 

 

500 Jahre Reformation – Gottesdienst-Spaziergang „Mit Martin Luther rund um Beedenkirchen“

Teilnehmer aus allen drei Lautertaler Kirchengemeinden waren am letzten Juli-Sonntag der Einladung aus Beedenkirchen gefolgt zu einem musikalisch-poetischen Gottesdienst-Spaziergang durch den hochsommerlichen Felsberg-Wald. Ellen Bergoint und Renate Abraham vom Kirchenvorstand konnten am frühen Abend knapp zwanzig Spaziergänger jeden Alters an der Pfarrer-Hörnle-Linde vor dem Gemeindezentrum begrüßen. Passend zum Reformationsjubiläum lautete das Motto dieses Ereignisses „Mit Martin Luther rund um Beedenkirchen“.

Zur Essenszeit saß bei Luthers nicht nur die Familie am Tisch, auch Studenten, Freunde und Reisende, die gerade zu Gast waren, gesellten sich stets dazu. Und es wurde nicht geschwiegen wie einst im Kloster –  stattdessen führte man Gespräche über alles, was gerade anstand, ein reger Gedankenaustausch fand statt, gelegentlich hielt der Hausherr gar aus dem Stegreif kurze Reden. Der Reformator hatte zwar nichts dagegen, dass seine Studenten und Besucher die Gespräche notierten, zur Veröffentlichung hielt er sie jedoch nicht geeignet.

Alle redeten, wie ihnen der Schnabel gewachsen war. Und in der Rückschau klang das manchmal schon recht derb und heftig. Auszüge aus den Tischreden wurden in vier „Erbauungs-Pausen“ von Ellen Bergoint vorgetragen. Zeitgenössische Instrumentalstücke z.B. von Johann Walter und Ulrich Steigleder unterstrichen die einzelnen Lutherthemen ergänzend. Die Meinung Luthers „Unkraut wächst schnell, darum wachsen Mädchen schneller als Jungen.“ sorgte im Felsberg-Wald für Heiterkeit, was unter dem Überbegriff „Über den Papst und die katholische Kirche“ überliefert ist, löste in der ökumenischen Teilnehmer-Runde gar Empörung aus. Einig war man sich allerdings, dass seine Äußerungen unbedingt im Kontext des Mittelalters betrachtet werden müssen.

Der Weg führte über den Dorfplatz zum Parkplatz Römersteine, weiter auf dem „Unteren Weg“ zur Brücke über den Felsberg, auf dem Rückweg passierte man die Seeger-Hütte. An der Hinweistafel am Waldrand wurde eine letzte Pause eingelegt.  Über den Stotz zurück am Pfarrhaus von Beedenkirchen angekommen, zerstreute sich die Gruppe in den Sonntag-Abend.

500 Jahre Reformation – Katharina von Bora, die Frau an Luthers Seite

Liebe auf den ersten Blick war es ja nicht – eigentlich hatte Martin Luther sich verguckt in die die ehemalige Nonne Ave von Schönfeld, eine Freundin der
Katharina von Bora. Aber irgendwie kriegte er die Kurve nicht und auf einmal war die von ihm begehrte Ave an einen anderen vergeben.

Katharina von Bora dagegen, 1499 als Tochter eines verarmten Adeligen geboren und mit
10 Jahren ins Kloster gegeben, wusste genau, was sie wollte und verfolgte ihren Weg zielstrebig. Sie wollte Martin Luther selbst. Unter dem Einfluss der Reformation war sie dem Kloster entflohen, heiratete 1525 ihren Traummann und brachte ihm sechs Kinder zur Welt.

Gegenseitige Achtung und Liebe sind im Verlauf der Ehe entstanden und stetig gewachsen. Sein  „Herr Käthe“, wie Luther seine Frau oft spaßeshalber nannte, hielt ihm stets den Rücken frei, organisierte Haushalt, Landwirtschaft und Studentenunterkunft.

Helma Göppert aus Alsbach-Hähnlein hat sich mit dieser starken Frau intensiv beschäftigt und den Besuchern des Gemeindenachmittags in der Pfarrscheuer Beedenkirchen in Wort und Bild nahegebracht. Die Evangelischen Frauen des Dorfes haben ihre Gäste mit Kaffee und frisch gebackenem Apfel-Streusel-Kuchen bewirtet .

Konfirmation, zweiter Teil in Reichenbach

Reichenbach hat wieder Konfirmation gefeiert!

An den vergangenen beiden Sonntagen  wurden die Konfis aus Elmshausen, Lautern und Reichenbach von Pfr. Jan Scheunemann in der Reichenbacher Kirche ordiniert. In der Konfirmationspredigt wurden die Jugendlichen, die mit der Konfirmation wieder einen Schritt zum Erwachsener werden getan haben, auf das probeweise Verlassen des sicheren elterlichen Hafens vorbereitet – und mit Gottes Segen für den weiteren Lebensweg gut ausgestattet! Ein kleines Präsent vom Konfiteam gab es noch dazu!

Die Kirchengemeinde Reichenbach gratuliert allen Konfirmierten 🙂

(Auf den Bildern kann man das unterschiedlich gute Wetter beobachten 😉 )

Frühlingszeit ist Konfirmationszeit…

In Reichenbach haben die ersten Konfis des Jahrgangs 2016/17 ihren Konfirmationsgottesdienst gefeiert. In einer prall gefüllten Kirche genossen sie die spürbar bewegte Predigt von Pfr. Scheunemann, der ihnen die Bedeutung des Glaubens als Anker für stürmische Zeiten nahelegte.

Liebe Konfirmierte, vor euch liegt eine hoffentlich segensreiche Zeit. Ihr werdet mir als Konfis fehlen, und ich freue mich sehr, viele von euch als Teamer*innen im kommenden Jahrgang mit an Bord zu haben!

Für den besonderen Schmuck der Kirche hat unsere Küsterin Tatjana Bauer gesorgt, die mit Unterstützung einiger Eltern die grüne Girlande angefertigt hat.

Ein Klick aufs Bild öffnet das 360Grad-Panorama (7,6 Megabyte).

Bierbrauprojekt #1 erfolgreich beendet!

Am gestrigen Abend machte das schlechte Wetter der vergangenen Tage eine Pause, damit die Teilnehmer*innen des Bierbrauprojekts von Anfang März endlich die Früchte ihrer Arbeit ernten konnten.

Der Grill wurde angeschmissen und nach dem BYO-Prinzip (bring your own – bring dein eigenes) Salate, Brot und Fleisch zusammengetragen und geschwisterlich miteinander geteilt, nebenbei wurde noch der Grill von Pfr. Scheunemann eingeweiht.

Die Biere sind übrigens ziemlich hochwertig geworden und es sind für verschiedene Geschmäcker was dabei: „Bierbrauprojekt #1 erfolgreich beendet!“ weiterlesen

Reichenbacher Konfi-Wochenende – von Reformation und Medienrevolution, von #microandacht und dem Filmprojekt für den Vorstellungsgottesdienst

Am letzten Aprilwochenende haben die Reichenbacher Konfis gemeinsam über die Reformation nachgedacht und ihr Wissen darüber zusammengetragen. Besonders wurde die Bedeutung der Gutenberg-Erfindung des Buchdrucks für die Verbreitung der Reformation unter die Lupe genommen – und die damit einhergehende Bildungsinitiative, bei der vor Allem Philipp Melanchthon sich für ein flächendeckendes Schulwesen für Jungen und Mädchen einsetzte.

Unter dem Stichwort Medienrevolution wurde ferner über heutige Möglichkeiten nachgedacht und visioniert, welche Möglichkeiten es heute gibt, die frohe Botschaft in die Welt zu tragen. Die Gottesdienste der Heimatgemeinde per Smartphone live in die Wohnzimmer derer übertragen, die es nicht mehr zum Gottesdienst schaffen war nur eine der vielen Ideen, die von den Konfis als sinnvoll erachtet wurde. „Reichenbacher Konfi-Wochenende – von Reformation und Medienrevolution, von #microandacht und dem Filmprojekt für den Vorstellungsgottesdienst“ weiterlesen

Das Licht in unseren Herzen – Gottesdienst mal anders

Pfarrer Jan Scheunemann im Impuls über die Fastenaktion „Sieben Wochen ohne SOFORT“

Ungewohnte Klänge begeisterten die Gottesdienst-Besucher in Beedenkirchen am vergangenen Sonntag. In einem gemeinsamen Projekt des Chores mit dem aktuellen Konfirmanden-Jahrgang hatte Chorleiterin Andrea Gulden in den letzten Wochen drei Teile aus der Keltischen Messe „Das Licht in unseren Herzen“ von dem Frankfurter Kirchenmusiker und Komponisten Peter Reulein einstudiert. Die Texte von Eugen Eckert nehmen Bezug auf Anregungen aus der ökumenischen Gemeinschaft auf der schottischen Hebrideninsel „Iona“. Ergänzt wurde der Chor durch Instrumente aus dem keltischen Spektrum: Querflöte, Harfe, Gitarre, Hümmelchen, Geige, Kontrabass und Drehleier. Die von Pfarrer Jan Scheunemann eingesetzte Liturgie des sonntäglichen Gottesdienstes entsprach mit Gebeten des Liturgen (Pfarrers) im Wechsel gesprochen mit der Gemeinde der Tradition der Iona-Communität, die das Ziel verfolgt, unter anderem durch neue – andere – Gottesdienstformen auch junge Menschen für den christlichen Glauben zu begeistern. In seinem Impuls über die aktuelle Fastenaktion der evangelischen Christen unter der Überschrift „Sieben Wochen ohne SOFORT“  gestand Pfarrer Scheunemann der anwesenden Gemeinde, dass ihm dieses Fastenmotto persönlich häufig schwer falle. Er setzte das Thema in Bezug auf die modernen Möglichkeiten und Anforderungen, vieles Sofort zu erledigen, zu beantworten. Für sich selbst habe er herausgefunden, dass im Alltagsleben – genau wie bei einem Auto – das Auftanken genauso notwendig sei wie das Einsatz bringen und empfahl den Gottesdienstbesuchern, dem biblischen Text aus dem Buch des Predigers Salomo zu folgen, der besagt „Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde.“ Nach dem Gottesdienst luden die Akteure alle Anwesenden zu „einer Tasse Kaffee“ in die Pfarrscheuer ein, die von den Sängerinnen und Sänger des Chors ergänzt wurde durch ein reichhaltiges Buffet, in dem auch zur keltischen Musik passende englische Spezialitäten wie Shortbread, Haferkekse und frischer Butter-Toast mit Orangenmarmelade zu finden waren.