Evangelischer Homebrew-Workshop – wir haben uns im Bierbrauen versucht!

Wir – das sind neun Damen und vier Herren, die sich am Samstag, dem 4. März zusammengefunden haben, um gemeinsam mit Pfr. Scheunemann herauszufinden, wie Bier entsteht.

Staubiges Malzschrot ist staubig.

Nach einer kurzen Erläuterung der einzelnen Herstellungsschritte (Maischen, Läutern, Hopfenkochen, Anstellen, Schlauchen) und einer Nase Malzduft ging es am späten Vormittag dann los: In drei Einkochautomaten wurden je 16 Liter Wasser auf Einmaischtemperatur gebracht (ca. 50°C). Dann wurden gut vier Kilo geschrotetes
Gerstenmalz hineingekippt. Spätestens hier wurde deutlich: Bierbrauen ist eine staubige Angelegenheit!

 

Das Maischepaddel verhindert das Anbrennen.

Auf verschiedenen Temperaturstufen machte die Maische dann je eine Rast, damit die Stärke aus dem Malz durch Enzyme in verschiedene Zuckerarten verwandelt werden.Das dauert – trotz Zeitgewinn durch eine Isolierung der Töpfe!

 

Pfr. Scheunemann gießt die Maische aufs Läutersieb.

Nachdem wir etwa zwei Stunden abwechselnd gerührt und die Thermometer überwacht hatten, war das Maischen beendet und das Läutern begann. Hierzu filterten wir alle größeren Malzrückstände (den sogenannten „Treber“) aus der Flüssigkeit. Dabei mussten je 3 Mal weitere 14 Liter Wasser auf fast 80 Grad gebracht werden, mit denen wir den restlichen Zucker aus dem Treber lösten – der sogenannte Nachguss. Eine ganz schöne Herausforderung, wenn man nur einige Wasserkocher und ein paar Töpfe zur Verfügung hat! Mit der Flüssigkeit wurde allerdings nicht nur der Restzucker gelöst, sondern auch die bereits verkochte Wassermenge wieder ausgeglichen.

 

Spätestens hier wurde es auch Zeit für einige Mittagshappen – gemeinsam geschmierte belegte Brötchen, Kekse und Obst halfen gegen den Hunger, Mineralwasser und Apfelschorle gegen den Durst, Tee und Kaffee gegen die Kälte (denn das ganze Unterfangen fand auf der Terasse vor dem Jugendraum statt. Andernfalls wären die Räumlichkeiten wochenlang vom Malz- und Hopfenduft beherrscht. Das wollte niemand!)

Die gewonnene Würze haben wir anschließend zum Kochen (und einige Einkochtöpfe an ihre physischen Grenzen) gebracht. Dann haben wir etwa 35 Gramm Hopfendolden beigemengt – aus ihnen sollen die Bitterstoffe herausgekocht werden, die das Bier später haltbar machen. Weil im Hopfen aber nicht nur die Bitterstoffe, sondern viele leckere Aromen stecken – die wie Vitamin aus der Gemüseschale beim Kochen schnell verschwinden – haben wir nach 80 Minuten Kochzeit nocheinmal ca. 15 Gramm Hopfen hinzugegeben.

Zweite Hopfengabe.

Danach wurde die noch brühend heiße Würze erneut gefiltert – ein langwieriges Unterfangen, weil jede Menge Eiweiß aus dem Hopfen herausgekocht wurde und die Filtertücher zusetzte. Schließlich war es dann doch geschafft, genau so wie alle Beteiligten. Nach etwa sieben Stunden mehr oder weniger harter Arbeit wurden die Eimer abgedeckt und zum Abkühlen über Nacht an die frische Luft gestellt.

Am nächsten Mittag trafen sich die Braumeister*innen nach dem Gottesdienst erneut, um der nun abgekühlten Würze die Hefe beizugeben und den Gärprozess durch Sauerstoffgabe zu unterstützen. Hierzu schwenkten wir wie wild sterilisierte Schneebesen durch die Eimer.

Jetzt lagern unsere Sude im Pfarrhauskeller. Wir kontrollieren, ob die Hauptgärung in Gang kommt – und wenn die nach etwa 7 Tagen vorbei ist, „schlauchen“ wir das Jungbier in Bügelflaschen, in denen es noch etwa sechs weitere Wochen reifen wird.

So richtig fertig ist unser Bier dann etwa Mitte April – pünktlich zum Ende der Fastenzeit!