Weltgebetstag der Frauen 2021

Seit über 100 Jahren engagieren sich Frauen aller Konfessionen für den Weltgebetstag (WGT). Es handelt sich hierbei um die derzeit größte ökumenische Basisbewegung christlicher Frauen. Am 1. Freitag im März feiern die Menschen dazu weltweit einen Gottesdienst. Regional sind die Frauen aus dem Lautertal seit vielen Jahren aktiv dabei.

Aufgrund der Corona-Einschränkungen können wir in diesem Jahr den Weltgebetstagsgottesdienst leider nicht in gewohnter Weise feiern. Die ehrenamtlichen Frauen der christlichen Gemeinden im Lautertal haben es sich aber nicht nehmen lassen, ein Online-Angebot auf die Beine zu stellen:  wgt-lautertal.de (QR-Code, unten). Die Internetseite wird ab dem 05. März 2021 zugänglich sein, so kann der WGT entsprechend der Tradition weltweit am gleichen Tag gefeiert werden. Das Themenland wird mit Musik, Meditationen, Rezepten, Kunst und Gebeten vorgestellt.

Das diesjährige Themenland ist ein Inselstaat im Südpazifik – Vanuatu. Der Name bedeutet: „Land, das aufsteht“. Vanuatu ist ein wunderschönes Land mit insgesamt 83 Inseln, Sandstränden, Korallenriffen und einer reichen Flora und Fauna. Kein anderes Land auf dieser Erde ist vom Klimawandel so betroffen wie Vanuatu; im Weltrisikobericht steht Vanuatu an erster Stelle. Es steigt der Meeresspiegel, Erdbeben und Vulkanausbrüche (es gibt insgesamt sieben aktive Vulkane auf den Inseln) gefährden die Bewohner/innen der Inseln, die sich übrigens Ni-Vanuatu nennen. Die tropischen Wirbelstürme werden stärker. So wurden im März 2015 durch den Zyklon „Pam“ die Hälfte aller Bewohner obdachlos und über 90% der Ernte vernichtet. Im April 2020 hatte der Zyklon „Harold“ verheerende Auswirkungen. Auf dem rechts oben gezeigten WGT-Titelbild werden die Folgen von „Pam“ für die Frauen aus Vanuatu dargestellt. Bei unserem Online-Angebot wird sowohl ein Stationen-Weg zur Klimagerechtigkeit als auch das Titelbild eine Rolle spielen.

„Worauf bauen wir?“ (Mt 7,24-27), fragen die vanuatuischen Frauen in ihrem Gottesdienst zum Weltgebetstag 2021. Ihre Antwort ist sehr klar: „Danke für die wunderschönen und fruchtbaren Inseln, die wir bewohnen dürfen!“ Worauf baut Vanuatu, wenn doch immer wieder eine Naturkatastrophe alles einreißen könnte? „Mit Gott bestehen wir“, so steht es sogar in der Verfassung von Vanuatu. Möglicherweise wurzelt diese tiefe religiöse Verbundenheit daher, dass die Menschen dort schon vor Ankunft christlicher Missionare im 19. Jahrhundert an einen Schöpfergott im Himmel glaubten. Traditionelle Werte, „Kastom“ bei den „Ni-Vanuatu“ genannt, und christliche Prinzipien spielen eine große Rolle im Leben der Menschen. Das Land konnte übrigens im Jahr 2020 den vierzigsten Jahrestag seiner Unabhängigkeit feiern.

Kein Wunder, dass sich die Frauen aus Vanuatu für das Motto „Worauf bauen wir?“ entschieden haben.Sie sind dankbar für ein Haus, das auf felsenfestem Grund steht, das Stürme überstehen und Sicherheit geben kann, wobei übrigens die Häuser in Vanuatu alles andere als stabil gebaut sind und häufig neu aufgebaut werden müssen. Aber es geht im übertragenen Sinne um ein Vertrauen, um eine Zuversicht, um ein Fundament. Ein häufiger Satz in Vanuatu soll sein: „Egal, was du tust, mit einem Lächeln auf den Lippen geht alles leichter als mit Sorgenfalten auf der Stirn!“ Glaube ist da immer hilfreich. Beten wir also mit den Frauen aus Vanuatu, dass unsere Kinder und Enkelkinder noch eine bewohnbare Erde vorfinden.

Wenn wir uns am 5. März „online“ treffen werden, könnt Ihr etwas über das Land erfahren, Ihr werdet Gedanken zu der Bibelstelle hören, aber es werden auch einige Rezepte vorgestellt – beispielsweise das Nationalgericht „Lap-Lap“, ein gebackener Pudding, der aus geriebener Yamswurzel, Banane, Maniok und Kokosmilch besteht, die in Bananenblätter eingewickelt und dann gebacken werden. Das „Sandroing“, so nennt man Sandzeichnungen, mit denen auf Vanuatu die Welt erklärt oder kleine Botschaften hinterlassen werden, werden wir zeigen. Neben der Klimaproblematik werden wir über die „Geschlechter-Gerechtigkeit“ diskutieren. Sie ist den Frauen von Vanuatu zwar in ihrer Verfassung garantiert, aber im Alltag sieht es anders aus. So werden wir das vom WGT unterstützte „femLINKpacific“-Projekt zeigen, das Frauen und ihren Anliegen eine Stimme gibt.

Wer etwas zur WGT-Projektarbeit beitragen möchte, mit der weltweit Projekte für Frauen und Mädchen unterstützt werden, gelangt über den unten links abgebildeten QR-Code zum Spendenformular des Weltgebetstages. Spendentütchen liegen auch in den Lautertaler Kirchen aus. Herzlichen Dank für Eure Solidarität!

Wir freuen uns, Euch am 5. März online begrüßen zu dürfen!

(B. Bartl, St. Andreas, Lautertal)