Wunschzettel erfüllt

Am Samstag vor dem 2. Advent machten sich auch auf …. nein, nicht die Hirten zum Stall und auch nicht die Heiligen Drei Könige! Acht Bewohner und Betreuer unserer Patengruppe in Bruckberg, einem idyllisch gelegenen mittelfränkischen Dorf etwa 10 km von der ehemaligen Residenzstadt Ansbach entfernt fuhren in Begleitung der langjährigen Begleiter Heribert Lorz und Irmgard Schlötterer mit einem Kleinbus nach Beedenkirchen. Nach einem leckeren gemeinsamen Mittagessen im Gasthaus der Familie Weisz, an dem neben langjährigen Freunden aus dem Dorf auch einige der diesjährigen Konfirmanden und ihre Betreuer teilgenommen haben, konnte Renate Abraham, die im Kirchenvorstand Beedenkirchen für die Bruckberg-Partnerschaft zuständig ist, die Erfüllung der Weihnachts-Wunschliste versichern. Für jeden der Freunde hatte Frau Abraham die gewünschten Kleinigkeiten eingekauft und an mehreren November-Abenden liebevoll verpackt und verziert. Dazu gab es für die Mitarbeiter/innen auf der Gruppe ein „gutes Fläschchen“ und einen 2019er Beedenkirchen-Kalender. Am späten Nachmittag reiste die Delegation reich beschenkt und mit voll beladenem Kleinbus wieder zurück in die fränkische Heimat.

Konfis entdecken die Bruckberger Heime

Nächstes Jahr feiern sie Goldene Konfirmation – die Delegation von Beedenkirchner Konfirmanden, die im Frühjahr 1970 erstmals die Bruckberger Heime zu einer Konfi-Freizeit besuchte. Jedes Jahr machen sich seitdem junge Leute von etwa 13/14 Jahren auf die mehrtägige Fahrt in das kleine fränkische Dorf in der Nähe von Ansbach. Auch die acht Mädels und Jungs, die am 9. Juni 2019 konfirmiert werden, waren Mitte November auf großer Fahrt. Neben dem Förderzentrum St. Martin und der evangelischen Martinskirche lernten sie die große Wohnanlage rund um das alte Bruckberger Schloss kennen, haben sie sich mit Jugendlichen ihres Alters in deren Wohngruppen getroffen und auch die Beedenkirchner Patengruppe in ihren Räumlichkeiten im Bruckberger Schloss besucht. Bei Besuchen der Werkstatt für behinderte Menschen sowie der Wäscherei haben sie einen Einblick in das Alltagsleben unserer Bruckberger Freunde erhalten.

5000 Brote – Das Wunder des Teilens

5000 Brote wurden es zwar nicht, und von ihnen ist auch keiner wie Jesus – und höchstwahrscheinlich reichte das Brot auch nicht für 5000 Leute. Aber Riesenspaß hatten Pfr. Engelbrecht und seine Konfis beim Brotbacken in der Backstube von Bäckermeister Peter Emich in Beedenkirchen trotzdem. Im Rahmen der gemeinsamen Aktion der EKD und „Brot für die Welt“ stellten sie 30 Dinkelbrote her, die nach dem Erntedank-Gottesdienst an die Kirchenbesucher verkauft wurden. Ruckzuck waren die Körben mit den knusprig-braunen Eineinhalbpfündern leer. Backstube und Materialien hatte Bäcker Emich als Sachspende zur Verfügung gestellt und so kam – mit dem Erlös von selbstgekochtem Apfelgelee aus den Dienstags-Kindergruppen – bei der Aktion in Beedenkirchen ein Reinerlös von 137,50 € zusammen zugunsten eines Ernährungsprojektes in Äthiopien, mit dem sich 990 Haushalte durch Gemüseanbau, Kleintierzucht und Läden eine Existenzgrundlage schaffen wollen.

Ende der offenen Kirche in Reichenbach

Die Tage werden kürzer, die Besucherströme ebben mit der zunehmenden Kühle ab. Deshalb endet mit Beginn des Oktobers unser Angebot der täglich offenen Kirche Reichenbach für das Jahr 2018. Besichtigungen sind aber weiterhin möglich nach Absprache mit dem Büro oder Pfr. Scheunemann! (js)

Partnerschaft besteht seit 48 Jahren

 

Seit 1970 verbringt jedes Jahr im Sommer eine Gruppe von Menschen mit Behinderung aus den Bruckberger Heimen, einer zum Diakoniewerk Neuendettelsau gehörigen Einrichtung, mit ihren Betreuern eine mehrtägige Freizeit in Beedenkirchen. Die Verbindung nach Bruckberg, einem kleinen Dorf in der Nähe von Ansbach in Mittelfranken, wurde Ende der 1960er Jahre vom damaligen Gemeindepfarrer Dieter Hörnle geknüpft, der in Neuendettelsau studiert und oft am Wochenende auf einer Wohngruppe der Behindertenheime geholfen hatte.

Das Bruckbergfest begann mit einem Familiengottesdienst, in dem die beiden Puppen Max und Mia eine Geschichte erzählten. Danach wurde in Pfarrhof, -wäldchen und Gemeindehaus gefeiert. Es gab gut gekühlte Getränke, Deftiges vom Grill sowie Kaffee und ein reichhaltiges Kuchenbufett von den Frauen der evangelischen Frauenhilfe und von der Blau-Weiß-Gymnastikgruppe. Alleinunterhalter Hans Seibt sorgte mit Livemusik für die richtige Stimmung. Das Kinderprogramm wurde von Sonja Gärtner und Team organisiert.

Für die Organisation des „All inclusive“-Services während des mehrtägigen Aufenthaltes im Freiheitheim am Ortsausgang Richtung Wurzelbach mit Frühstück, Mittag- und Abendessen durch Frauen der Kirchengemeinde zeichnet Renate Abraham verantwortlich. Auch Mütter der aktuellen Konfirmanden hatten mitgeholfen und begeistert ihre Hilfe schon gleich für das kommende Jahr angeboten. Besonders zu benennen ist dabei Karin Hörnle, die Witwe des Initiators, die inzwischen in Heppenheim wohnt, es sich aber trotzdem nicht nehmen lässt, das Empfangs-Mittagessen zu kochen und die Gäste in Beedenkirchen zu begrüßen.

Der Erlös des Bruckbergfestes mit all seinen Aktivitäten darum herum dient der Finanzierung des Ferienaufenthaltes sowie der jährlichen Weihnachtswünsche und meist bleibt noch ein kleiner Betrag übrig, mit dem das Dorf der Wohngruppe einen Wunsch erfüllen kann, der dort vom Jahresbudget nicht abgedeckt ist.

Nicht nur in Beedenkirchen ist diese Freundschaft beispielhaft, auch viele Besucher aus den umliegenden Orten kann man regelmäßig auf dem Fest entdecken, die die herzlich/fröhliche Atmosphäre im Herzen von Beedenkirchen kennen- und schätzen gelernt haben.

Jagdhornbläser in Beedenkirchen

In der katholischen Tradition wird die Hubertus-Messe Anfang November am Tag des Heiligen Hubertus gefeiert. Hubertus-Gottesdienst in einer evangelischen Kirche ist Sinnbild für die Bewahrung von Geschöpfen und Schöpfung. In Anlehnung daran feiert die Evangelische Kirchengemeinde in diesem Jahr ihren Hubertus-Gottesdienst am fünften Sonntag im September. Von Pfarrer Reinald Engelbrecht nach Beedenkirchen gebracht,  installierte sich diese Gottesdienstform inzwischen fest im Jahreskalender der Kirchengemeinde.

Den musikalischen Teil übernehmen am 30. September um 18 Uhr die Jagdhornbläser des Kreisjägervereins Groß-Gerau. Die Bläsergruppe ist amtierender Hessenmeister seit 2009 und konnten nach zweimaligen Vizemeisterschaften in 2013 sogar die Deutsche Meisterschaft erringen.  Der in Seeheim wohnende passionierte Parforcehornbläser Dieter Düber, der Mitglied der Groß-Gerauer Truppe ist, versichert, dass die Hubertusmesse nach Stief in Tonart Es, aus der Teile davon in den Gottesdienst einfließen werden, ein absolutes Highlight ist.

Bei gutem Wetter sind die Bläser nach dem Gottesdienst noch im Pfarrwäldchen mit verschiedenen Signalrufen aus dem  alltäglichen Jagdhorn-Repertoire zu hören. Kirchenvorsteher Oliver Ross, selbst Besucher des Kirchenstammtisches, lädt die Bläser und die Kirchenbesucher dort zu einem Gläschen Jägermeister ein.

Zum gemütlichen Abschluss findet anschließend ein abendlicher Kirchenstammtisch im benachbarten Gasthaus „Zur Linde“ statt, dort ist der Linden-Wirt aus diesem Anlass mit einem passenden Wildgericht auf  Bläser und Stammtisch“brüder“ und „-schwestern“ vorbereitet.

Klassische Gitarren in Beedenkirchen

GOMP Picking Art – acht wirkliche GitarrenKÜNSTLER – gastierten in Beedenkirchen. Das Ensemble ist entstanden aus dem Gitarrenorchester der Jugendmusikschule Frankfurt, wo sie mit etwa zwölf Jahren das Gitarre spielen erlernten. Obwohl heute verteilt über ganz Deutschland und ordentlichen Broterwerben nachgehend, haben sich die Mitglieder der Gruppe, bestehend aus Bjoern Bäuchle,  Sandra und Stefan Salm, Deniz Cöl, Dorothea Sawon, Miriam Mehler, Valentin Kunzler und Magnus Graf, nicht aus den Augen verloren, sondern treffen sich u.a. einmal jährlich im Evangelischen Freizeitheim zu Intensiv-Probentagen, an deren Abschluss jeweils auch ein Gitarrenkonzert in der Dorfkirche dargeboten wird. Moderne Musik z. B. von Roxette, Billy Joel und der Heavy-Metal-Band „System of Down“ stand neben klassischen Stücken aus dem 19. Jahrhundert vom französischen Komponisten Gabriel Fauré und aus dem 16. Jahrhundert von dem Engländer John Dowland. Nach begeistertem Applaus zum Schluss des Konzertes konnte Jürgen Schellhaas, KV-Vorsitzender, die Musiker noch zu einer Zugabe bewegen. „Uptown Funk“ von Bruno Mars und Mark Ronson bildete den krönenden Abschluss. Unter dem Beifall der anwesenden Zuhörer lud Schellhaas die Gruppe GOMP auch fürs nächste Jahr wieder zu einen Auftritt in der Kirche ein.

(Foto: Christine Boss-Engelbrecht)

 

Stammtisch-Gottesdienst mit Bierprobe

„Zielgruppen-Gottesdienste“ sind heute ganz modern – auch die Beedenkirchner lassen sich da eine ganze Menge einfallen. Zweimal im Jahr nehmen sie beispielsweise die regelmäßigen Besucher/innen des gegenüberliegenden Gasthauses ins Visier und bieten einen „Stammtisch-Gottesdienst“ an. Ein Hobby des Reichenbacher Pfarrers Jan Scheunemann, der am 8. April den örtlichen Pfarrer wegen Urlaubs auf der Kanzel vertreten hat, ist „Bier brauen“ und mit diesem Prozess verglich er in seiner Predigt das Leben und die Vorkommnisse in einer Kirchengemeinde. Frisch gebraut worden war wenige Tage vorher das Bier, das zum ökumenischen Reichenbacher Pfarrfest (30.06./01.07.) ausgeschenkt werden soll. Der Pfarrer hatte zwei Sorten mitgebracht, davon eines mit rauchiger Note, die von den Gottesdienst-Teilnehmern verkostet werden konnten. Zum anschließenden Stammtisch servierte der „Lindenwirt“ zum frisch Gezapften ein Pärchen Weißwurst mit süßem Senf und Laugenbrezeln.