Lautertaler Sommerkirche in Zeiten von „Corona“

Nach mehreren Monaten ohne „Kirche vor Ort“ dürfen die Gläubigen auch in den Lautertaler Gemeinden wieder gemeinsame „echte“ Gottesdienste feiern. Dabei sind strenge Vorgaben der Evangelischen Landeskirche zum Schutz vor Infektionen mit dem Corona-Virus einzuhalten.

Auch die Lautertaler Sommerkirche 2020 findet unter Berücksichtigung dieser Auflagen statt: Gottesdienste möglichst im Freien – Mindestabstände von 1,50 m einhalten – kontaktfreie Begrüßungen – Allgemeine Infektionsschutzmaßnahmen des Robert-Koch-Instituts beachten – Mund-Nasenbedeckungen bei Ankunft und Weggang tragen – Gemeindegesang für nur im Freien möglich – Hinterlegung von Namen und Kontakt für eventuell nötige Nachverfolgungen.

Die Fotos wurden bei der ersten Sommerkirche am 5. Juli in Beedenkirchen gemacht. Pfarrer Engelbrecht predigte seinen „Schäfchen“ im Pfarrhof vor dem Gemeindehaus „Pfarrscheuer“.

Ortsbeirat und Bürger für Beedenkirchen helfen mit

In guter Dorf-Tradition ist in Beedenkirchen die Kirchengemeinde noch die Institution „mitten im Dorf“ – Anlaufstelle für Alle – und findet Unterstützung und Hilfe von allen Seiten. Alle Glaubens- und Nicht-Glaubensgemeinschaften sind willkommen und werden im Blick behalten. Vereine und Gruppierungen wirken in der Gemeindearbeit mit. Alljährlich beim Adventsfest am 1. Advent-Sonntag gestalten die Mitglieder des Ortsbeirates sowie der Verein „Bürger für Beedenkirchen“ mit vielen kreativen Ideen im Pfarrhof adventliche Buden und versorgen die Fest- und Stuwwemussig-Besucher mit Glühwein und Grillgut.

Der Erlös aus der Veranstaltung wird der Kirchengemeinde für Betrieb und Unterhalt der Pfarrscheuer zur Verfügung gestellt. Nach dem Kassensturz des 2019er Festes waren 800 € übrig geblieben, die durch Ortsbeirat (Hartmut Krämer, Peter Eckel) und Vereinsleitende (Uschi Weisz, Sonja Stelz) am Pfingstsonntag – mit Corona-bedingter Verspätung – übergeben wurden. Dieses Mal hat die Spende einen Teil der Kosten für den Austausch des völlig undichten Fensters im Jugendraum finanzieren helfen.

Kindergottesdienst in Tüten

Corona macht sich auch beim Kindergottesdienst bemerkbar. Das KiGo-Team Beedenkirchen hat deshalb vor den Sommerferien auf „echte“ Treffen verzichtet. Stattdessen füllte Sonja Gärtner zuhause Tüten mit einer biblischen Geschichte, dem Vorschlag für eine KiGo-Feier daheim in der Familie sowie Bastelanregungen und -material. Am Morgen des 4. Sonntags im Monat konnten sich die Familien die Tüten am Zaun des Pfarrgartens in Beedenkirchen abholen.

20 Jahre für die Kirchengemeinde aktiv

Gerade mal eine halbe Amtsperiode zuvor war Hans Adam in den Kirchenvorstand Beedenkirchen gewählt worden, als die damalige Küsterin Maria Wanitschek im März 2000 das Ruhestandsalter erreichte und im Kirchenvorstand verkündete, aus dem aktiven Dienst für der Kirchengemeinde ausscheiden zu wollen. Nach einem Blick in die Runde seiner amtierenden Kirchenvorsteher*innen war die Wahl des Gemeindepfarrers schnell getroffen und es brauchte glücklicherweise auch nicht viel Überredungskunst, um Hans Adam als Nachfolger im Küsterdienst zu gewinnen. Nahtlos konnte die Beedenkirchner evangelische Gemeinde ihn zum 1. April 2000 im Dienst als Küster willkommen heißen.

Das Wirken eines Küsters bleibt in der Regel eher im Hintergrund. Anders als der Pfarrer ist er meist nicht zu sehen – sitzt in der letzten Reihe und zählt die anwesenden Schäfchen, sorgt für das termingerechte Läuten zu Gottesdiensten und Festen ebenso wie für das Morgen-, Abend- und Sonntags-Läuten. Er entzündet Altar- und Osterkerzen, stellt beim Abendmahl Becher und Brot bereit, hängt Paramente jeweils passend zum Kirchenjahr auf und sorgt nicht zuletzt dafür, dass System und Ordnung in der Kirche herrschen. Lediglich beim Einsammeln der Klingelbeutel-Kollekte wird er im Gottesdienst sichtbar.

Zunächst im Nebenberuf neben seiner Tätigkeit in der Sterilisation im Marienhospital Darmstadt übt der gläubige Christ dieses Amt auch nach seinem Ruhestandseintritt in der Dorfkirche gerne und engagiert aus. Erfahrung gesammelt hatte er schon vor seinem Dienstbeginn bei Ehefrau Hilde, die in der katholischen St.-Andreas-Kirche Reichenbach den Küsterdienst versehen hatte. In wahrer ökumenischer Eintracht unterstützte sie ihren Mann auch regelmäßig in Beedenkirchen, indem sie z. B. das Läuten bei nachmittäglichen Beerdigungen übernahm, wenn Adam auf Arbeit im Krankenhaus war. Auch beim Blumenschmuck von Altar und Taufstein ist sie eine große Hilfe.

Der Kirchenvorstand Beedenkirchen weiß den zuverlässigen Dienst von Hans Adam sehr zu schätzen. Pfarrer Reinald Engelbrecht bedankte sich an Christi Himmelfahrt in dessen Namen bei seinem Küster für 20 Jahre treuen Einsatz in der Gemeinde und wünscht ihm Gesundheit und Gottes Segen, sodass er das verantwortungsvolle Amt noch auf geraume Zeit ausfüllen kann.

Kirche vor Ort in Zeiten von Corona

Liebe Menschen in Lautertal und anderswo!

Die Corona-Pandemie stellt für uns alle eine große Herausforderung dar. Unsere Landeskirche hat daher Handlungsempfehlungen erlassen, vor deren Hintergrund wir leider gezwungen sind, auch unsere kirchengemeindlichen Angebote weitestgehend einzuschränken. Bis auf weiteres gelten folgende Regeln:

Kirchengemeindliche Veranstaltungen und Gemeindegruppen und -kreise finden nicht statt. Hiervon sind auch die Gottesdienste betroffen.

Trauerfeiern werden im engsten Familienkreis – unter Einhaltung der behördlichen Auflagen – durchgeführt. Hierzu sind auch die Bekanntmachungen in den kommunalen Schaukästen zu beachten.

Die Gemeindebüros sind für den öffentlichen Publikumsverkehr geschlossen. Unsere Sekretärinnen sind zu den gewohnten Bürozeiten telefonisch und per E-Mail erreichbar. Bei dringender persönlicher Vorsprache muss vorher telefonische Terminvereinbarung erfolgen.

Pfarrerin Mühlmeier, Pfarrer Scheunemann und Pfarrer Engelbrecht stehen für alle Anfragen telefonisch und per E-Mail zur Verfügung. Wir bitten um Verständnis dafür, dass Hausbesuche nur in Notfällen und nur auf Anfrage gemacht werden.

Bleiben Sie trotzdem mit uns in Kontakt

über unsere Homepage, über die Schaukästen, über Telefon, per E-Mail und per Briefpost, über die regionale Presse.

Machen Sie mit bei der Aktion „Licht der Hoffnung“ (siehe Extra-Bericht) und achten Sie auf das Glockengeläut sonntags um 10.15 Uhr als Aufruf zum häuslichen Gebet und zur Fürbitte.

Schauen Sie auch auf die dekanatsweiten Angebote und Aktionen in Youtube, Facebook und anderen sozialen Medien: https://dekanat-bergstrasse.ekhn.de/aktuell.html

Seien Sie behütet und bleiben Sie gesund!

Das wünschen Ihnen Ihre evangelischen Lautertaler Kirchengemeinden – die Pfarrer/innen, die Sekretärinnen, die Küster/innen, die Kirchenmusiker/innen, die Gemeindepädagogin, die Kirchenvorsteher/innen und alle sonst irgendwie haupt-, neben-und ehrenamtlich Mitarbeitenden.

Wunschzettel erfüllt

Am Samstag vor dem 2. Advent machten sich auch auf …. nein, nicht die Hirten zum Stall und auch nicht die Heiligen Drei Könige! Acht Bewohner und Betreuer unserer Patengruppe in Bruckberg, einem idyllisch gelegenen mittelfränkischen Dorf etwa 10 km von der ehemaligen Residenzstadt Ansbach entfernt fuhren in Begleitung der langjährigen Begleiter Heribert Lorz und Irmgard Schlötterer mit einem Kleinbus nach Beedenkirchen. Nach einem leckeren gemeinsamen Mittagessen im Gasthaus der Familie Weisz, an dem neben langjährigen Freunden aus dem Dorf auch einige der diesjährigen Konfirmanden und ihre Betreuer teilgenommen haben, konnte Renate Abraham, die im Kirchenvorstand Beedenkirchen für die Bruckberg-Partnerschaft zuständig ist, die Erfüllung der Weihnachts-Wunschliste versichern. Für jeden der Freunde hatte Frau Abraham die gewünschten Kleinigkeiten eingekauft und an mehreren November-Abenden liebevoll verpackt und verziert. Dazu gab es für die Mitarbeiter/innen auf der Gruppe ein „gutes Fläschchen“ und einen 2019er Beedenkirchen-Kalender. Am späten Nachmittag reiste die Delegation reich beschenkt und mit voll beladenem Kleinbus wieder zurück in die fränkische Heimat.

Konfis entdecken die Bruckberger Heime

Nächstes Jahr feiern sie Goldene Konfirmation – die Delegation von Beedenkirchner Konfirmanden, die im Frühjahr 1970 erstmals die Bruckberger Heime zu einer Konfi-Freizeit besuchte. Jedes Jahr machen sich seitdem junge Leute von etwa 13/14 Jahren auf die mehrtägige Fahrt in das kleine fränkische Dorf in der Nähe von Ansbach. Auch die acht Mädels und Jungs, die am 9. Juni 2019 konfirmiert werden, waren Mitte November auf großer Fahrt. Neben dem Förderzentrum St. Martin und der evangelischen Martinskirche lernten sie die große Wohnanlage rund um das alte Bruckberger Schloss kennen, haben sie sich mit Jugendlichen ihres Alters in deren Wohngruppen getroffen und auch die Beedenkirchner Patengruppe in ihren Räumlichkeiten im Bruckberger Schloss besucht. Bei Besuchen der Werkstatt für behinderte Menschen sowie der Wäscherei haben sie einen Einblick in das Alltagsleben unserer Bruckberger Freunde erhalten.

5000 Brote – Das Wunder des Teilens

5000 Brote wurden es zwar nicht, und von ihnen ist auch keiner wie Jesus – und höchstwahrscheinlich reichte das Brot auch nicht für 5000 Leute. Aber Riesenspaß hatten Pfr. Engelbrecht und seine Konfis beim Brotbacken in der Backstube von Bäckermeister Peter Emich in Beedenkirchen trotzdem. Im Rahmen der gemeinsamen Aktion der EKD und „Brot für die Welt“ stellten sie 30 Dinkelbrote her, die nach dem Erntedank-Gottesdienst an die Kirchenbesucher verkauft wurden. Ruckzuck waren die Körben mit den knusprig-braunen Eineinhalbpfündern leer. Backstube und Materialien hatte Bäcker Emich als Sachspende zur Verfügung gestellt und so kam – mit dem Erlös von selbstgekochtem Apfelgelee aus den Dienstags-Kindergruppen – bei der Aktion in Beedenkirchen ein Reinerlös von 137,50 € zusammen zugunsten eines Ernährungsprojektes in Äthiopien, mit dem sich 990 Haushalte durch Gemüseanbau, Kleintierzucht und Läden eine Existenzgrundlage schaffen wollen.

Partnerschaft besteht seit 48 Jahren

 

Seit 1970 verbringt jedes Jahr im Sommer eine Gruppe von Menschen mit Behinderung aus den Bruckberger Heimen, einer zum Diakoniewerk Neuendettelsau gehörigen Einrichtung, mit ihren Betreuern eine mehrtägige Freizeit in Beedenkirchen. Die Verbindung nach Bruckberg, einem kleinen Dorf in der Nähe von Ansbach in Mittelfranken, wurde Ende der 1960er Jahre vom damaligen Gemeindepfarrer Dieter Hörnle geknüpft, der in Neuendettelsau studiert und oft am Wochenende auf einer Wohngruppe der Behindertenheime geholfen hatte.

Das Bruckbergfest begann mit einem Familiengottesdienst, in dem die beiden Puppen Max und Mia eine Geschichte erzählten. Danach wurde in Pfarrhof, -wäldchen und Gemeindehaus gefeiert. Es gab gut gekühlte Getränke, Deftiges vom Grill sowie Kaffee und ein reichhaltiges Kuchenbufett von den Frauen der evangelischen Frauenhilfe und von der Blau-Weiß-Gymnastikgruppe. Alleinunterhalter Hans Seibt sorgte mit Livemusik für die richtige Stimmung. Das Kinderprogramm wurde von Sonja Gärtner und Team organisiert.

Für die Organisation des „All inclusive“-Services während des mehrtägigen Aufenthaltes im Freiheitheim am Ortsausgang Richtung Wurzelbach mit Frühstück, Mittag- und Abendessen durch Frauen der Kirchengemeinde zeichnet Renate Abraham verantwortlich. Auch Mütter der aktuellen Konfirmanden hatten mitgeholfen und begeistert ihre Hilfe schon gleich für das kommende Jahr angeboten. Besonders zu benennen ist dabei Karin Hörnle, die Witwe des Initiators, die inzwischen in Heppenheim wohnt, es sich aber trotzdem nicht nehmen lässt, das Empfangs-Mittagessen zu kochen und die Gäste in Beedenkirchen zu begrüßen.

Der Erlös des Bruckbergfestes mit all seinen Aktivitäten darum herum dient der Finanzierung des Ferienaufenthaltes sowie der jährlichen Weihnachtswünsche und meist bleibt noch ein kleiner Betrag übrig, mit dem das Dorf der Wohngruppe einen Wunsch erfüllen kann, der dort vom Jahresbudget nicht abgedeckt ist.

Nicht nur in Beedenkirchen ist diese Freundschaft beispielhaft, auch viele Besucher aus den umliegenden Orten kann man regelmäßig auf dem Fest entdecken, die die herzlich/fröhliche Atmosphäre im Herzen von Beedenkirchen kennen- und schätzen gelernt haben.